Zwickau ist eine Stadt mit einer über 900-jährigen Geschichte. Sie ist bekannt für ihr industrielles Erbe und ihre wunderschöne Altstadt. Insbesondere die Automobilindustrie hat in Zwickau eine bedeutende Rolle gespielt. DeutschlandWussten Sie zum Beispiel, dass Audi hier gegründet wurde? Während der DDR-Zeit wurde hier viele Jahre lang der legendäre Trabant produziert. In einem wunderbaren Museum können Sie die Geschichte der Automobilindustrie entdecken. 2009 reiste ich für ein Schulprojekt nach Zwickau. Damals suchte ich vor allem nach Geschichten über die Ursprünge des Trabant. Zurück in Zwickau machte ich mich auf die Suche nach den Gründen, warum sich ein Besuch lohnt. Zwickau hat viel mehr zu bieten als nur Autos. In diesem Artikel gebe ich Ihnen Tipps, was Sie in Zwickau sehen und unternehmen können.
In diesem Artikel teile ich meine Tipps für einen Besuch in Zwickau.
Informationen über Zwickau
Beginnen wir mit einem kurzen Blick in die Geschichte. Zwickau wurde erstmals 1118 urkundlich erwähnt. Damals hieß die Stadt „Zcwickaw“ und war von Sorben bewohnt. Ein Jahrhundert später erhielt Zwickau das Stadtrecht. Dank seiner Lage an der Mulde verliefen wichtige Handelswege durch die Stadt, was ihr Wohlstand einbrachte. Zwickau wurde befestigt. Der Abbau von Silber und Kupfer trug maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. Ende des 15. Jahrhunderts erlebte die Textilindustrie einen Aufschwung. Zwickauer Tuche waren weit über Sachsen hinaus bekannt. Kohle war bereits im Mittelalter entdeckt worden, doch die Einführung der Dampfmaschine im 19. Jahrhundert machte den Kohleabbau noch einfacher. Die Automobilindustrie erlebte 1904 einen Aufschwung, als August Horch sein Unternehmen in Zwickau gründete. Zunächst wurden dort Autos unter der Marke Horch, später unter Audi produziert. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die historische Stadt nahezu unbeschädigt blieb, zog das Audi-Werk nach Westdeutschland um. Doch Zwickau blieb eine Autostadt. Ab 1957 produzierte der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau den Trabant. Obwohl der Trabant nicht mehr existiert, werden in der Stadt weiterhin Autos gebaut, nämlich der Volkswagen.
Das Dünnebierhaus
Straßenkunst an der Fassade des Plattenbaus und ein Bergbaudenkmal
Wo liegt Zwickau?
Zwickau liegt im Freistaat Sachsen in Ostdeutschland. Mit rund 90.000 Einwohnern ist sie die viertgrößte Stadt Sachsens. Die Stadt ist eine der Chemnitz-Zwickau-RegionZwickau ist eine Region, die vor allem für ihre Industrie, Kultur und Natur bekannt ist. Sie liegt südlich von Leipzig und westlich von Dresden und ist das Tor zum Erzgebirge.
Meine Tipps für Zwickau
Vielleicht ist Zwickau viel weniger bekannt als Städte wie Dresden en LeipzigEs gibt viel zu sehen und zu unternehmen. Interessante Museen, eine malerische Altstadt und eine wunderschöne Umgebung, die man zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden kann. Zwickau ist definitiv einen Besuch wert. Um alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zu entdecken, benötigt man mindestens zwei Tage. Hier sind meine Tipps.
Unbedingt besuchen: August-Horch-Museum
Die Automobilgeschichte hat in der Stadt eine bedeutende Rolle gespielt. August Horch, ein Mitarbeiter von Carl Benz, gründete Ende des 19. Jahrhunderts seine Automobilfabrik A. Horch & Cie. Der erste Horch-Wagen wurde in Köln produziert. Vier Jahre später zog das Werk nach Zwickau um. Horch geriet daraufhin in Streit mit seinen Geldgebern und gründete ein neues Unternehmen. Dieses durfte jedoch seinen Namen nicht tragen. Daher übersetzte er „Horch“ (deutsch für „hören“) ins Lateinische: „Audi ist geboren.“ Die Werke von Horch und Audi lagen direkt nebeneinander und waren Konkurrenten. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage fusionierten die Automobilmarken Horch, Audi, DKW und Wanderer 1932 unter dem Dach der Auto Union. Dort wurden bis zum Zweiten Weltkrieg Pkw produziert; während des Krieges war die Auto Union Zulieferer der deutschen Wehrmacht. Nach dem Krieg gründeten ehemalige Mitarbeiter der Auto Union ein neues Unternehmen in Ingolstadt.
Nach dem Krieg baute die DDR ihre eigene Automobilindustrie auf. 1957 lief der erste Trabant in den ehemaligen Werkshallen von Horch und Audi vom Band. Das Auto sollte ein ostdeutsches Volksauto werden, erschwinglich für die DDR-Bevölkerung. Aufgrund von Rohstoffmangel wurde für die Karosserie Duroplast verwendet: billig, leicht und stabil. In den 60er-Jahren kam der berühmte Trabant 601 auf den Markt. Er galt als „der bessere VW Käfer“. Die DDR war jedoch nicht bereit, in neue Technologien zu investieren, und so kam die Entwicklung des Trabant zum Erliegen. Für die DDR-Bürger gab es kaum Alternativen. Tatsächlich mussten sie teilweise 18 Jahre auf ihren Trabant warten. Nach dem Fall der Mauer nutzten viele Ostdeutsche ihre Westmark, um sich einen Gebrauchtwagen aus dem Westen zu kaufen und ihren Trabi in Zahlung zu geben. So überlebte der Trabant die deutsche Wiedervereinigung nicht. Das Werk wurde 1991 geschlossen. Dennoch blieb der Trabant äußerst beliebt. Er genießt Kultstatus und gilt als Symbol der Ostalgie, der Nostalgie für die DDR-Zeit. In Zwickau werden weiterhin Autos gebaut. Das Volkswagenwerk befindet sich etwas außerhalb der Stadt.
Während der DDR-Zeit wurde der Trabant in Zwickau gebaut.
Heute beherbergen die alten Fabrikhallen August-Horch-Museum Das August-Horch-Museum ist ein absolutes Muss bei einem Besuch in Zwickau. Selbst wenn Sie kein großer Autofan sind, werden Sie es faszinierend finden. Ich war 2009 dort, aber nach der Renovierung 2017 ist es deutlich moderner und größer. Begeben Sie sich auf eine Zeitreise und entdecken Sie Zwickaus Automobilgeschichte im August-Horch-Museum. Das Museum präsentiert rund 160 Fahrzeuge und bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über die Geschichte von August Horch und Audi. Bewundern Sie die ersten unter dem Namen Horch gebauten Fahrzeuge. Etwas weiter hinten stehen vier Autos nebeneinander, und das Audi-Logo mit den vier Ringen ist sofort erkennbar. Im Untergeschoss sind Autos und Motorräder von DKW und Wanderer ausgestellt. Das Nebengebäude widmet sich dem Rennsport der 20er- und 30er-Jahre. Sie können auf der Tribüne Platz nehmen und eine interaktive Videopräsentation über die Geschichte der Stromlinien-Rennwagen ansehen.
Entdecken Sie Zwickaus Automobilgeschichte im August-Horch-Museum
Mein Lieblingsteil kommt erst noch. Der nächste Raum ist ganz dem Trabant gewidmet. Dieses legendäre DDR-Fahrzeug wurde genau hier gebaut. Sie können nicht nur verschiedene Trabant-Modelle bewundern, sondern auch einen virtuellen Rundgang durch ein DDR-Wohngebiet unternehmen, mehr über die Duroplast-Produktion erfahren und einen Blick in den Innenraum eines typischen Dachse werfen. Zu den Prunkstücken gehören der millionste und der allerletzte jemals gebaute Trabant.
Zum Glück hatten wir in Zwickau einen straffen Zeitplan, sonst hätte ich stundenlang hier herumirren können. Ich verstehe absolut, warum die Stadt so stolz auf dieses Museum ist.
Beim millionsten Trabant
Lerne das Leben von Robert Schumann kennen
Zwickau ist nicht nur für seine Automobilindustrie bekannt. Auch die Musik spielt eine wichtige Rolle. Einer der bedeutendsten Einwohner der Stadt war der Komponist Robert Schumann. Ich muss zugeben, ich hatte noch nie von ihm gehört, aber seine Musik ist offenbar weltberühmt. Schumann war ein bedeutender Komponist der deutschen Romantik. Er komponierte über 150 Werke. Auf dem Hauptmarkt steht eine Statue von Schumann, aber wenn Sie mehr über sein Leben erfahren möchten, können Sie … Robert-Schumann-Haus Besuche. Schumann wurde 1810 in dem Haus geboren, das heute ein Museum beherbergt. Dort befindet sich eine Dauerausstellung über das Leben von Robert Schumann. Seine Frau Clara Wieck, ebenfalls eine renommierte Pianistin, hat eine umfangreiche Sammlung von Porträts, Manuskripten und persönlichen Gegenständen Schumanns bewahrt. Neben der Dauerausstellung finden dort auch Konzerte und Vorträge statt.
Robert Schumann war einer der bekanntesten Einwohner Zwickaus.
Max-Pechstein-Museum
Ein weiterer bekannter Bewohner war Max Pechstein. Dieser deutsche Maler gilt als wichtiger Vertreter des Expressionismus. Seine wichtigsten Werke können bewundert werden in Kunstsammlungen ZwickauPechstein war ein großer Bewunderer Vincent van Goghs. Ich bin zwar kein Kunstkenner, aber sein Malstil weist tatsächlich viele Ähnlichkeiten mit dem des niederländischen Malers auf. Neben Pechsteins Werken sind auch Arbeiten anderer Maler vom 16. bis zum 20. Jahrhundert sowie eine Skulpturensammlung des Bildhauers Peter Breuer zu sehen.
Sehen Sie sich das Werk von Max Pechstein in den Kunstsammlungen Zwickau an
Hauptmarkt
Ich empfehle Ihnen wärmstens einen Spaziergang durch die historische Altstadt von Zwickau. Da die Innenstadt nicht sehr groß ist, lässt sie sich bequem zu Fuß erkunden. Beginnen Sie Ihre Erkundungstour am Hauptmarkt. Dieser Platz liegt im Herzen der Stadt und ist von … umgeben. Rathaus, Gewandhaus und eine Reihe schöner Häuser aus verschiedenen Epochen. Der Platz wird für verschiedene Märkte und Veranstaltungen genutzt. Während der Adventszeit, Weihnachtsmarkt in Zwickau Das Haus ist zu finden. Schauen Sie sich auch die Fassade des Hauses an. Hauptmarkt 13Ganz oben sieht man eine Kanonenkugel. Der Legende nach stammt die Kugel von Napoleons Truppen.
Rund um den Hauptmarkt sehen Sie einige wunderschöne Gebäude.
Das Gewandhaus und das Rathaus
Das schmalste Haus der Stadt und das Haus mit der Kanonenkugel in der Fassade
Kathedrale von Zwickau
Der Dom zu Zwickau ist das wichtigste religiöse Gebäude der Stadt. Der Dom, bekannt als Kathedrale St. MarienDie Kirche wurde vor 1200 als romanische Basilika erbaut. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde sie in eine spätgotische Hallenkirche umgewandelt. Martin Luther soll hier während seines Besuchs in Zwickau im Jahr 1522 gepredigt haben. An der Fassade befinden sich mehrere Statuen bedeutender Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sind, darunter auch Luther. Leider war die Kirche bei meinem Besuch in Zwickau geschlossen. Neben den historischen Statuen beherbergt sie im Inneren auch einige Kunstschätze. Man kann den Turm besteigen und von dort einen herrlichen Blick über die Stadt genießen. Bei guter Sicht ist sogar der Fichtelberg zu sehen.
St. Marien-Kathedrale
Die Priesterhäuser
Gegenüber dem Portal des Zwickauer Doms befinden sich die PfarrhäuserDie Häuser wurden zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erbaut und gehörten zum Pfarrhaus. Hier lebten Kirchenangestellte und Lehrer der berühmten Lateinschule. Einst standen zwölf Häuser direkt nebeneinander; heute sind nur noch vier erhalten. Die Priesterhäuser zählen zu den ältesten Wohnkomplexen Deutschlands. Sie wurden restauriert und beherbergen heute das Zwickauer Museum für Stadt- und Kulturgeschichte.
Die Priesterhäuser zählen zu den ältesten Häusern in ganz Deutschland.
Wandern oder Radfahren in Zwickau
Bringen Sie Ihre Wanderschuhe mit. Wenn Sie Zwickau zu Fuß erkunden möchten, können Sie verschiedene Themenwanderwege nutzen, um die Stadt zu entdecken. Zum Beispiel könnten Sie die folgenden Routen in Betracht ziehen: Schumann-Schleife und in die Fußstapfen von Robert Schumann treten, Lutherweg wo Sie in die Fußstapfen Martin Luthers oder der Weg zur Industriekultur Hier reisen Sie durch die Zeit und die Industriegeschichte der Stadt. Würden Sie lieber ein Fahrrad nehmen? Dann Mulderadweg Vielleicht ist etwas für Sie dabei. Die Mulde entspringt im Vogtland und fließt durch das Erzgebirge und Zwickau nach Sermuth. Die Radroute ist insgesamt über 155 Kilometer lang.
Zwickau ist eine grüne Stadt und daher ein idealer Ort zum Entspannen. Wo einst die Stadtmauer verlief, erstreckt sich heute ein Grüngürtel. Nur ein kleiner Abschnitt der ursprünglichen Stadtmauer ist erhalten geblieben, ebenso wie die Pulverturm (Pulverturm). Dieser befindet sich im MuldeparadiesDort verläuft der Mulderadweg. Hier finden Sie auch die besondere ParadiesbrückeDiese Brücke ist seit 1980 ein technisches Denkmal. Der Park befindet sich südwestlich der Stadt auf der Schwanenteich wo man spazieren gehen oder eine Bootsfahrt unternehmen kann.
Die Paradiesbrücke und die Muldeparadies
Und weiter?
Ich habe noch einige Sehenswürdigkeiten nicht erwähnt. Schiffchen ist ein spätgotisches Haus in der Nähe des Kornmarkts. Unweit des Hauptmarkts steht das Dünnebierhaus mit seinem markanten Stufengiebel. Im Nordosten der Altstadt stehen zwei Kirchen direkt nebeneinander: Johannes von Nepomuk und die Katharina Kirche. die Schloss Osterstein Das ehemalige Schloss der Stadt dient heute als Seniorenheim. Eine der modernsten Bibliotheken Sachsens befindet sich im Kornhaus (Speicher) aus dem 15. Jahrhundert. Unmittelbar außerhalb des historischen Zentrums befindet sich der Alter Gasometer, ein Industriedenkmal, das heute Theateraufführungen, Konzerte und Vorträge beherbergt. Leider habe ich Johannisbad Nicht besucht. Dieses historische Schwimmbad ist ein architektonisches Juwel im Jugendstil. Es wurde 1991 aufgrund seines baufälligen Zustands geschlossen, zählt aber nach einer umfassenden Sanierung heute zu den schönsten Schwimmbädern Deutschlands.
Schloss Osterstein und das Kornhaus
Alter Gasometer
Katherinenkirche und St. Johann Nepomuk
Essen und Trinken in Zwickau
Jedes Mal, wenn ich nach Deutschland reise, freue ich mich auf das Abendessen. Das gilt auch für Zwickau. In den ältesten Häusern Sachsens kann man im BrauhausDie Speisekarte bietet Gerichte aus der Region. Probieren Sie unbedingt die hausgebrauten Biere oder den hausgemachten Schnaps. Gegenüber der Marienkathedrale können Sie tschechische Küche genießen. WenzelIch kann beide Restaurants empfehlen, wenn Sie guten Hausmannskost mögen.
Deutsche Küche im Brauhaus und tschechische Küche im Wenzel
Übernachtung in Zwickau
Während meines Besuchs in Zwickau habe ich im Hotel übernachtet. First Inn HotelDieses Hotel liegt im Stadtzentrum und verfügt über eine eigene Tiefgarage. Die Zimmer sind modern und geräumig, und morgens wird ein leckeres Frühstück serviert. Das Hotel ist nur wenige Gehminuten vom Marktplatz entfernt und somit ein idealer Ausgangspunkt, um Zwickau zu erkunden.
Hinweis: Mein Besuch in Zwickau wurde durch die Zusammenarbeit mit folgender Organisation ermöglicht: Sachsen Tourismus und der Region Chemnitz-Zwickau. Alles, was Sie in diesem Artikel lesen, ist meine persönliche Meinung/Erfahrung.
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